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Lasst uns über Essen reden: Teil 2 Clean Eating

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Seit einiger Zeit stößt man wenn das Internet nach gesunder Ernährung fragt auf den Begriff Clean Eating.

Clean Eating?

Also sauber essen, oder wie?

Mache ich doch, ich wasche mein Essen ja schließlich bevor ich es esse!

Das ist allerdings nicht ganz das worum es geht. Ich für meinen Teil bin immer wieder auf den Begriff des sauberen Essens gestoßen. Und zwar vor rund 10 Jahren als ich eine Bodybuilding und Fitness Zeitung im Abo hatte. Dort tauchte in den Athleten Interviews immer wieder sowas auf wie: „ich mache mein Cardio, achte darauf mich sauber zu ernähren..“. Damals dachte ich es ginge darum die Proteinmengen entsprechend einzuhalten, bzw. sich zu Ernähren ohne zu stoffen.

In Teilen hatte ich das richtig verstanden. Es geht tatsächlich darum sich von Schadstoffen der heutigen Zeit fern zu halten.

Im Prinzip nichts ganz neues

Clean Eating lässt sich am besten mit dem Zitat (ich weiß leider nicht mehr genau von wem es stammt) „Iss nichts was deine Großeltern nicht als Essen erkannt hätten“ zusammenfassen. Das bedeutet also ein bisschen raus zu zoomen und den Blick zu schärfen für das was Lebensmittel eigentlich sind. Ich spreche hier bewusst von Lebensmitteln und nicht von Nahrungsmitteln, denn Nahrungsmittel sind mittlerweile das Endprodukt einer Industrie. Und zwar einer Industrie die sehr gut daran verdient uns mit unterschiedlichen Konzepten unterschiedlichste Produkte zu präsentieren um ihren Gewinn zu erhöhen. Diese Produkte sehen häufig gut aus, schmecken auch meist wirklich gut, nur sind sie auch wirklich gut?

Lebensmittel sind eben das was der Name sagt, der Treibstoff der Leben ermöglicht und der es uns ermöglicht gut und gesund durch dieses Leben zu gehen. Clean Eating greift diesen Gedanken wieder auf. Es führt uns wieder dorthin zurück wo Ur-Oma (Scheisse bin ich alt, in meinem Fall ist es nämlich noch die Oma) angefangen hat. Eben Gemüse zu kaufen, zu putzen und zu kochen oder zu Garen. Brot zu backen aus Vollkorn, Wasser und Salz.

Klingt einfach soweit, oder?

Ich persönlich habe als Kind tatsächlich sehr clean gegessen. Das liegt daran, dass meine Mutter sich tatsächlich schon echt früh mit dem beschäftigt hat was man in den 80ern als gesunde vollwertige Ernährung kannte und zu der Zeit von einem Großteil der deutschen Bevölkerung als „Bio Fraß“ verurteilt wurde. Denn genau das ist es eigentlich nur in einem neuen etwas flotteren Gewand.

Wie das ist mit den meisten Ernährungstrends und Konzepten hat auch dieses mal jemand genutzt um sich einen Namen damit zu machen und ein bisschen was damit zu verdienen. Clean Eating in der aktuell so populären Form ist bekannt geworden durch die Kanadierin Tosca Reno, welche mit Ihrem Buch „The Eat-Clean-Diet“ einen recht brauchbaren Hype ausgelöst hat.

Ohne Regeln geht es nicht

Teil des ganzen Konzepts ist ein nicht ganz kleines Regelwerk.

Do´s:

  • Viel trinken: 2-3 Liter am Tag. An heißen Tagen und bei mehr körperlicher Aktivität entsprechend mehr. Wer nicht so gut auf Wasser kann, der greift zu ungestümstem Tee.
  • Frühstücken. Das auch bitte jeden morgen. Damit genug Energie für den Tag da ist und der Stoffwechsel in Gang kommt.
  • 5-6 kleine Mahlzeiten die über den Tag verteilt werden. Dies soll verhindern, dass man in ein Hungerloch fällt und damit aktiv Heisshungerattacken bekämpfen. Hierbei soll die Portionsgröße nicht übertrieben werden.
  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten. Also gute Fette wie Nüsse oder natürliche Öle verwenden, Langsame Kohlenhydrate wie Haferflocken oder Süsskartoffeln und wertvolle Proteine wie Eier und Bohnen. Dazu frisches Obst und Gemüse.

Dont´s:

  • Verzichte auf Nahrungsmittel mit künstlichen Zusätzen wie Farbstoffe und Geschmacksverstärker.
  • Leere, schnelle Kalorien vermeiden, wie solche die aus Weißmehl und Industriezucker stammen. Dazu gehören auch Getränke wie Limonaden mit viel Zucker.
  • Ungesunde Fette wie Transfette durch Chips, Fertigsuppen und frittierte Lebensmittel.
  • Im Optimalfall keinen Alkohol.

(Grob abgeschrieben bei clean-eating.de)

Clean Eating an sich beschreibt eben nur einen Weg sich gut und ausgewogen zu ernähren. Es geht dabei primär nicht auf die individuellen Bedürfnisse ein. Ob jetzt ein Kraftsportler einen höheren Eiweissanteil in seiner Ernährung hat, ein Ausdauersportler einen höheren Kohlenhydratanteil, ein Mensch leichter oder ein anderer schwerer werden will. Das sind Individuelle Faktoren um die man sich selbst kümmern muss.

Mein Fazit:

Meine persönliche Haltung zu Clean Eating ist durchaus positiv. Denn wenn man mal ehrlich ist. Eigentlich sollten alle Menschen genau so essen wie es in den Clean Eating Büchern niedergeschrieben ist. Da ist alles drin was man braucht. Die drei Grundsteine einer vollwertigen Ernährung in Form von naturbelassenen Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen. Meine persönlichen Erfahrungen damit sind wirklich gut. Richtig intensiv habe ich mich vor knapp einem Jahr in einem 10 Wochen „Boot Camp“ der Crossfit Box in der ich trainiere auseinandergesetzt. Anfangs ist es mir alles andere als leicht gefallen mich auf die ganze Sache einzulassen. Denn es sind tatsächlich die kleinen Dinge. Wer seinen Kaffee gerne süß trinkt wird direkt morgens schon mit der harten Wahrheit konfrontiert, denn Zucker ist ja raus und Süßstoff eh Teufelszeug. Brot und Brötchen beim Frühstück auch raus. Zuhause relativ locker zu handhaben, allerdings lebe ich in einem Dienstplan der 24-Stunden Dienste beinhaltet. Bei uns wird auf der Arbeit gefrühstückt und da gibt es die Klassiker wie Brötchen, Fleischsalat etc. was eben so auf den durchschnittlichen deutschen Frühstückstisch kommt. Bei genauerem hinsehen sind da eine Menge Sache raus, denn wer mal sich die Zeit nimmt Zutatenlisten zu lesen der wird irgendwann erstaunt feststellen in wie vielen Produkten Zucker zugesetzt ist. Die Umstellung hat durchaus einige Tage gedauert. Ich war zum Glück nicht alleine damit denn Mika und ich haben das Ganze zusammen durchgezogen, eine echte Hilfe! Der Zuckerentzug macht sich wirklich schnell bemerkbar, man merkt durchaus in den ersten Tagen wie man in ein Zuckerloch fällt. Schwäche, leichter Schwindel der immer mal wieder kommt und durchaus auch brauchbare Stimmungsschwankungen. Das hängt schlicht und ergreifend damit zusammen, dass der Körper sich umstellen muss um die Energie die ihm sonst einfach so geschenkt wurde in Form von flotter Energie durch kurzzeitigen Zucker mit mehr Aufwand aus langkettigen Kohlenhydraten zu gewinnen. Der ganze Spaß hat etwa eine Woche gebraucht. Aber es hat sich gelohnt. Wirklich sehr deutlich aufgefallen ist mir und uns wie stark sich das Süßempfinden zum positiven Verändert hat. Milch wird irgendwann schon fast eine Süßigkeit (enthält rund 5g Kohlenhydrate auf 100ml), ähnlich verhält es sich mit Vollkorngetreideprodukten und der Knaller ist natürlich Obst!

Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich sagen will. Es ist eine Erfahrung die sich lohnt. Das Geschmacksempfinden ändert sich dramatisch! Zum positiven! Und ich kann es jedem nur empfehlen.

Für mich und uns hat sich gezeigt, dass wir das ganze nicht oder noch nicht ganz so konsequent umsetzen können wie es eigentlich gut wäre. Wir reden uns da mit einer Menge Kleinigkeiten heraus die sich wahrscheinlich mit ein bisschen mehr Disziplin entkräften lassen würden, aber an eben dieser Disziplin mangelt es noch :-)

Quellen:

Clean Eating Regeln
Tosca Reno
Clean Eating Next Foot Generation
Was ist Clean Eating?

Autor: frshone

Family kram, Essen, schwere Gewichte, Gadgets... -> Team Seite

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