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Lasst und über Essen reden Teil 1: Die HCG Diät

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HCG Diät – auch bekannt als „Die Stoffwechselkur“

Seit rund drei Jahren laufen mir immer wieder Menschen und Berichte über den Weg, die mir erzählen sie haben eine Stoffwechselkur gemacht. Ich höre und lese von wirklich guten Erfolgen damit. Also war es an der Zeit sich ein bisschen mehr damit zu beschäftigen.

Die HCG setzt zum Teil an der Forschung des englischen Arztes Dr. Simeon an. Dieser ist auf einer Reise durch Indien auf die Frage gestoßen wie es denn sein kann, dass unterernährte hart arbeitende Frauen in der Lage sind gesunde Kinder zur Welt zu bringen. Im Laufe der Forschung zeigte sich, dass das humane Choriongonadotropin kurz HCG Hormon an der ganzen Sache Schuld ist. HCG ist auch als Gelbkörperstimulierendes Hormon bekannt, wer schon einmal Schwanger war (oder sich wie ich auch medizinisch mit der Schwangerschaft näher auseinandergesetzt hat) wird das schon einmal gehört haben, das Hormon ist maßgeblich für die Einnistung in der Blastozyste verantwortlich und stimuliert weiterhin im Eierstock den Mechanismus der für die Ausschüttung von Progesteron verantwortlich ist.

Weiterhin ist HCG in der Lage den Fettstoffwechsel zu optimieren damit mehr Depotfett zur Energiegewinnung genutzt wird. Was uns zur Ausgangslage zurück bringt. Unter entsprechender HCG Ausschüttung steht dem Körper auch bei unzureichender Energiezufuhr entsprechend mehr Energie zu Verfügung um wie im Fall der durch Dr. Simeon beobachteten indischen Frauen z.B. gesunde Kinder zur Welt zu bringen. Weiterhin ist HCG übrigens auch ein Hormon aus der Gruppe der Tumormarker unteranderem wird vermehrt HCG ausgeschüttet wenn ein Ovarialkarzinom vorliegt, seltener auch bei Mama-, Leber- oder Dünndarmkarzinomen, die HCG Ausschüttung ist allerdings in all diesen Fällen nicht spezifisch genug und dementsprechend nicht zur Diagnostik einer bestimmten Tumorerkrankung geeignet.

Interessant wurde das ganze für den Diätmarkt eben durch die oben angesprochene Fettstoffwechselveränderung. Denn wer will nicht quasi von selbst mehr Fett verbrennen und dabei noch mehr Energie haben?

So einfach ist es jedoch nicht. Denn die reine zuvor ein HCG führt noch lange nicht zu dem drastischen Effekt der von der HCG Diät und ihren Fans so hart gefeiert wird. Dazu gehört eine Diät und zwar eine die sich gewaschen hat. Dr. Simeons entwickelte im Jahr 1954 eine Diätform bei der er den Patienten kleine HCG-Injektionen in Kombination mit einer super Kalorienreduzierten Diät empfahl. Diese Art der Ernährung kennen Kraftsportler seit Jahrzehnten aus dem Bodybuilding in der Wettkampfvorbereitung:

  • Kohlenhydrate die fast gegen 0 gehen.
  • Deutlich reduzierte Fettzufuhr.
  • Dafür deutlich erhöhte Proteinzufuhr.
  • Und das ganze in einem Kalorienbereich der um 500-1000 Kalorien pro Tag liegt.

Unterschiedlichste Anbieter haben dieses System für sich entdeckt. Mittlerweile gibt es fertige HCG Sets bei Ebay zu kaufen mit dabei ist dann ein Handbuch mit Tipps und Rezepten und damit es sich auch lohnt eine Handvoll Supplemente. Unteranderem diverse Vitamine, Mineralstoffe und Omega 3 Ergänzungen. Das HCG wird im Rahmen dieser Diäten durch Globuli zugeführt welche in der Apotheke zu bekommen sind. Wie seriös und sicher es ist sich ein Set zur drastischen Gewichtsabnahme, unterstützt von einem Hormonsupplement, bei Ebay zuzulegen muss jeder für sich selbst entscheiden.

Deutlich seriöser hingegen ist das ganze in einem geführten System. Verschiedene Fitness Studios bieten diese Kur an, kombiniert mit einem Trainingsprogramm und einer ausführlichen Ernährungsberatung sowie eine Begleitung in Form von Regelmässigem Wiegen und Messen sowie Tipps wie man denn die nächsten Tage und Wochen am besten plant. Im Regelfall geht eine HCG Kur 21 Tage gefolgt von, je nach Anbieter unterschiedlichen Stabilisationsphasen in denen der Körper wieder langsam an eine „normale“ Ernährung gewöhnt wird.

Kurze persönliche Meinung dazu:

Meiner Meinung nach ist die HCG Diät durchaus geeignet für Menschen die schnell viel Gewicht verlieren wollen.

Aber das Ganze ist ein wirklich brachiales Teil. Machen wir uns nix vor –  500 Kalorien sind echt wenig Essen für einen ganzen Tag. Wer von euch mal versucht hat, eine harte Diät durchzuziehen der wird sich erinnern, dass es Nebenwirkungen gibt. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen etc. Die unterschiedlichen Anbieter helfen einem dabei in mehreren Formen. Zum einen hilft es sicherlich wenn man jemanden dabei hat der einen unterstützt und in dem Vorhaben bestätigt, es hilft natürlich Tagebücher und Messprotokolle zu haben die den Erfolg bestätigen. Weiterhin gibt es eine, ich nenne sie mal „Pharmakologische Unterstützung“ diese wird in Form von Supplementen wie unterschiedlichen Mineralstoffen zugeführt.

Wenn wir den Körper in eine harte Stoffwechselaktive Lage bringen dann ist es nicht leicht für den Körper das Säure-Basen-Gleichgewicht aufrecht zu halten. In dieser Situation werden viele Fette verbrannt, zum einen wollen wir das, zum anderen führt das auch zu einer Menge Abfallprodukte und Schlackstoffe welche den Körper belasten. Durch die Zufuhr entsprechender Mineralien sowie der Unterstützung des Verdauungstrakts werden die Nebenwirkungen davon eingedämmt und das sorgt dafür, dass viele Anwender sich besser, gesünder und energiegeladener fühlen.

Aber! Ohne „Aber“ geht es ja immer nicht. Denn klar ist: Wer nur 500 Kalorien am Tag ist der nimmt ab. Da führt kein Weg dran vorbei. Ich persönlich bin kritisch wie gesund es denn wirklich sein kann seine Kalorienzufuhr soweit unter Bedarf herunter zu fahren. Man sieht das sehr deutlich an den Athleten aus dem Wettkampfgeschäft wie Bodybuildern oder den Damen aus der Bikini Figurklasse. Da sind viele dabei die ein Dreiviertel des Jahres Aufbauphasen machen, ihre Ernährung fast gänzlich ausser Acht lassen um sich dann 3 Monate auf den Tag X vorzubereiten, in wirklich guter Form auf der Bühne stehen um dann nach dem Auftritt dehydriert und völlig ausgelaugt zusammenbrechen und sich tagelang erholen müssen damit ihnen ein normales Leben überhaupt wieder möglich ist.

Weiterhin bin ich sicher, dass die Erfolge deutlich drastischer bei Menschen auftreten die sich vorher noch nicht oder noch nicht konsequent genug mit ihrer Ernährung auseinandergesetzt haben. Im Regelfall wird es diesen Menschen auch keinen dauerhaften Nutzen bringen wenn sie in 21 Tagen 5, 10, 15 Kilo abnehmen und danach wieder in ihren alten Trott zurückfallen. Sicherlich kann eine Stoffwechselkur auch den Anreiz bringen sich genauer mit der Art wie man lebt, trainiert, isst zu beschäftigen. Denn wenn wir mal ehrlich sind, dass Konzept an sich bietet in konzentrierter Form schon das was man einen gesunden Lebensstil nennen kann: Sich bewusst werden was man isst, den Bedarf einmal ermitteln, also zu schauen wieviel muss ich wirklich essen, wieviele Kohlenhydrate brauche ich? Wie hoch sollte meine Proteinzufuhr sein? Und wieviele Fette esse ich? Welche davon sind gute und welche sind schlechte Fette. Muss ich meinen Körper zusätzlich mit Mineralien versorgen, oder tue ich das schon?

Für mich selbst kam die HCG Diät nie ernsthaft in Frage. Das hatte allerdings damit zu tun, dass die mit meinen sportlichen Zielen bis dato noch nicht zu vereinbaren war, denn wer stärker werden und brauchbare Kraftleistungen erbringen will der kann nur schwer in einem so drastischen Kaloriendefizit leben.

Allerdings habe ich mich mit mehreren Anwendern beschäftigt, ganz unterschiedliche Körpertypen und vor allem sehr unterschiedliche Lifestyle Typen.

  • Nummer 1 ist immer schon sportlich gewesen, ist gelaufen, hat Fussball gespielt und war sehr aktiv.
  • Nummer 2 ist praktizierende Fitnesstudiogänger, mehr so wegen der Optik, ansonsten jemand der zum einen gerne feiert aber auch in Eigenregie das Hausumbaut.
  • Nummer 3 ist eigentlich jemand der damit nicht viel zu tun haben will, musste aber für einen Checkup Termin leichter werden. Eigentlich isst er gerne, gut und konservativ, hat viel um die Ohren mit Familie, Haus und allem was dazu gehört.
  • Nummer 4 eine Frau, Mutter mit aktiven Hobbys, unteranderem einem funktionalen aber nicht übertriebenen Sportprogramm und dem einen oder anderen Pfund das aus zwei Schwangerschaften über geblieben war.

Allen diesen Menschen war gemein, dass sie durchaus gute Erfolge gefeiert haben was das minus auf der Waage betrifft.

Aber was sie auch gemeinsam hatten ist eine die Menge an Disziplin die sie trotz Unterstützung durch einen Ernährungsberater gebraucht haben und klassische Detox-Symptome wie Kopfschmerzen in den ersten Tagen. Weiterhin ist im weiteren Verlauf ist Folgendes zu beobachten:

Alle vier sind in großen Teilen wieder in ihre alten Verhaltensmuster zurückgefallen.

  • Nummer 1 hat sein Sportprogramm aus Fussball und laufen wieder aufgenommen, denn das war ihm in der Zeit der Kur aufgrund des doch immensen Energiemangels nicht mehr möglich. Es sind etwa 50% des Gewichtsverlusts wieder drauf.
  • Nummer 2 geht wieder pumpen wie eh und je. Denn auch bei ihm hat das Energiedefizit sich merklich auf das Trainingspensum ausgewirkt. Er hat allerdings für sich mitgenommen, dass es durchaus Sinn machen kann sich ein bisschen genauer mit dem zu beschäftigen was er isst. Damit hat er zwar wieder zugelegt allerdings nicht signifikant an Fett.
  • Nummer 3 hat zwischen Arbeit und Familie seine Ernährung zum großen Teil wieder aus den Augen verloren, er lebt aktiv im Rahmen der Möglichkeiten in denen man mit 2 Kindern aktiv ist, allerdings ohne separates Sportprogramm und ohne wirklich Konsequent auf die Ernährung zu achten. Er ist jetzt wieder nah an seinem Ausgangsgewicht.
  • Nummer 4, die Dame in unserer Runde ist ebenfalls in ihre alten Muster zurückgefallen, allerdings in die Muster aus der Zeit vor den Schwangerschaften, sie bleibt ihrem Sportprogramm treu verkneift sich nicht jede Leckerei, achtet aber im großen und ganzen darauf wie sie sich und ihre Familie ernährt und hat das Gewicht nach der Kur gehalten.

Es ist also wie ich schon angemerkt habe. Sicher bringen die 21 Tage etwas, wie langfristig der Erfolg allerdings ist hängt davon ab wie man sich danach verhält.

Wie ihr an der Überschrift schon erkannt habt, ist dieser Artikel der Teil 1 einer Reihe in der ich über unterschiedliche Ernährungsformen schreiben werde. Am Ende dieser Reihe ziehe ich ein persönliches Fazit zu den unterschiedlichen Möglichkeiten.

 

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Humanes_Choriongonadotropin
http://www.top-hannover.com/die-stoffwechselkur
http://www.die-adipositas-kur.de/download/Pfunde_und_Zoll_PDF.pdf

Autor: frshone

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